Impuls Paula. Jubiläumsausstellung  in den vier Häusern des Worpsweder Museumsverbundes.
7. Februar 2026 bis 1. November 2026

Paula Modersohn-Becker verkaufte zu Lebzeiten kaum eines ihrer Gemälde. Erst in den letzten Jahrzehnten erkannte die Kunstwelt die Magie, die in ihrem ganz eigenen Stil steckt. Ihre Bilder gelten heute als Meilensteine des Expressionismus. Mit ihrem Werk wie ihrem selbstbestimmten Leben ist sie Vorbild und Inspirationsquelle zugleich.

Ausgehend von je einem Werk Paula Modersohn-Beckers begeben sich die vier Worpsweder Museen auf Entdeckungsreisen:
Welche Künstler*innen haben sich von ihr in welcher Weise inspirieren lassen? Jedes Haus folgt dabei einer anderen Spur: Mal ist es der Blick auf sich selbst, mal der Blick auf andere. Mal ist es die Haltung zum Gegenüber, die sich im Gemälde zeigt, mal zum Wandel von Landschaft, Klima oder Gesellschaft. Mit welchen Augen blickte Paula Modersohn-Becker auf diese Themen? Welche Sichtweisen finden sich heute im Kunstgeschehen?

 

Inès Longevial, Visage Vert, 2024 Oil on canvas 70 x 98.5 x 3.5 cm Courtesy of the Artist and Almine Rech, © Foto Nicolas Brasseu

BARKENHOFF

ich bin/du bist. 
Menschenbilder

Mit ihren Porträts zeigt Paula Modersohn-Becker Menschen auf eine neue Art und Weise. Ihre Gemälde fangen das Wesen ein, nicht die Form. Sie reduzieren die Dargestellten auf das Essenzielle und überraschen mit psychologischer Tiefe. Die Ausstellung im Barkenhoff untersucht die Entwicklung von Porträts aus mehr als einem Jahrhundert. In der Gegenüberstellung historischer und zeitgenössischer Werke wird sichtbar, wie sich der Blick auf den Menschen wandelt – und welche Rollen der Zeitgeist, Individualität und Selbstinszenierung dabei spielen.

Wiebke Mertens, Blush (Ausschnitt), 2024, Große Kunstschau Worpswede, Kulturstiftung Landkreis Osterholz, © Foto Wiebke Mertens

 

 

GROSSE KUNSTSCHAU

Respekt!

Paula Modersohn-Becker malte häufig Frauen aus ärmlichen Verhältnissen. Ihre Werke zeigen die intensive Auseinandersetzung mit dieser Situation: Da gibt es Nähe, aber auch Distanz, Anteilnahme und Respekt. Sie selbst äußerte ihr Unbehagen über diese Art der Beobachtung. Die Ausstellung fragt nach eben dieser Auseinandersetzung. Wie verhalten sich Künstler*innen zu den Menschen, die sie porträtieren, aber auch gegenüber Machtgefügen oder dem Wandel der Natur? Welche Haltungen spiegeln sich in bildnerischen Darstellungen, damals wie heute?

Paula Modersohn-Becker, Halbakt einer sitzenden Bäuerin (Ausschnitt), um 1900

 

 

HAUS IM SCHLUH

Angewandt.
Frau + Design

Kaum jemand weiß, dass Paula Modersohn-Becker um 1900 einen Ausflug in das Textildesign unternahm. Das von Martha Vogeler gegründete Haus im Schluh nimmt dies zum Anlass und präsentiert Arbeiten von 15 erfolgreichen Künstlerinnen aus Textilkunst, Mode, Porzellan, Keramik, Silber, Messing, Werbegrafik und Fotografie von 1920 bis heute. Mit ihrem Werk Ode an die Kettfäden bezieht sich die mexikanische Künstlerin Claudia A. Cruz auf die Ausstellung wie auf die Netzwerkerin Martha Vogeler.

Ode an die Kettfäden, Wandinstallation (Ausschnitt), 2024 Leihgabe der Künstlerin, 01_© Claudia A.Cruz

 

 

WORPSWEDER KUNSTHALLE

Hautnah. 
Inès Longevial

Die Haut steht im Mittelpunkt der in Paris lebenden Künstlerin Inès Longevial, die derzeit mit ihren Porträts den internationalen Kunstmarkt erobert. Gesichter, zarte Gesten oder nachdenkliche Stimmungen prägen ihre oft großformatigen Arbeiten. In der Biografie und im Werk von Paula Modersohn-Becker, die sie fasziniert, findet sie Parallelen zu ihrer eigenen Kunst. Nach Paris, New York und Shanghai sind ihre Werke nun zum ersten Mal in Deutschland in einer Einzelausstellung zu sehen.

Inès Longevial, Face (Ausschnitt), 2024 Oil on canvas 18x10cm, Besitz der Künstlerin, Foto @ Lucas Nedellec

 

 

Anlässlich des 150. Geburtstages von Paula Modersohn-Becker beteiligen sich zahlreiche Kulturorte mit Sonderpräsentationen, Atelier- und Ortsführungen, Film, Theater, Performances, Tagungen, Lesungen, Vorträgen, Musik- und Familienveranstaltungen am Jubiläumsprogramm. Der bundesweite Künstlerinnenverband GEDOK – wichtig bis heute für die gesellschaftliche Anerkennung und das Netzwerken von Künstlerinnen – feiert 2026 sein 100jähriges Bestehen. Alle Informationen auf einen Blick findet sich auf PAULA150.DE