Kunstgenuss hoch vier

Vier der sechs Worpsweder Museen haben sich 2011 zum Worpsweder Museumsverbund zusammengeschlossen: Barkenhoff, Große Kunstschau, Haus im Schluh und Worpsweder Kunsthalle laden ein, in den reichen Kunst-Kosmos des Künstlerdorfes einzutauchen. Dauerausstellungen zeigen die Hauptwerke der Gründergeneration und das umfangreiche Lebenswerk von Heinrich Vogeler, derweil die Sonderausstellungen das ganze Jahr über abwechslungsreiche und inhaltlich aufeinander abgestimmte Werkschauen zeigen, die neue Perspektiven auf die Worpsweder Kunst eröffnen. Im Zuge des Zusammenschlusses sind alle vier Häuser grundlegend saniert und zum Teil erweitert worden, um moderne Museumsstandards zu erfüllen und den Kunstinteressierten zeitgemäßen Service
bieten zu können.

Barkenhoff / Heinrich-Vogeler-Museum

Der Barkenhoff war zwischen 1895 und 1923 die Wohn- und Arbeitsstätte Heinrich Vogelers und das geistige Zentrum der Künstlerkolonie Worpswede. Das Anwesen mit seinem weitläufigen Garten gestaltete Vogeler als Gesamtkunstwerk und »Insel des Schönen«. Heute beherbergt das Haupthaus das Heinrich-Vogeler-Museum mit einer alle Werkperioden umfassenden Präsenz seines vielschichtigen Werks. Die Remisen des Ensembles bieten Raum für Sonderausstellungen und ein kleines Café.

Die Dauerausstellung im Barkenhoff: Heinrich Vogeler Malerei, Grafik, Architektur, Design von 1892 bis 1942

Im Barkenhoff ist eine umfangreiche Ausstellung zu Heinrich Vogelers Leben und Gesamtwerk zu sehen: Von der Akademiezeit über Jugendstil und Expressionismus bis hin zur neuen realistischen Malerei verweisen Exponate aller Genres auf die Kreativität dieser einzigartigen Künstlerpersönlichkeit. Eine Auswahl von Gemälden und Grafiken dokumentiert die frühe Werkphase um die Wende zum 20. Jahrhundert.

Vogeler wird als Buchkünstler und Illustrator vorgestellt, wertvolle kunstgewerbliche Objekte wie Schmuck, Porzellane und Gläser präsentieren ihn als vielseitigen Gestalter in der Hochphase des Jugendstils. Seine Arbeit als Designer von Möbeln und Inneneinrichtungen wird anhand von Entwurfszeichnungen und originalen Möbeln gezeigt;Architekturzeichnungen und Modelle belegen seine Tätigkeit als Architekt. Darüber hinaus dokumentieren Gemälde des Spätwerks die persönliche, künstlerisch-politische Veränderung im Leben Vogelers, der 1931 in die ehemalige Sowjetunion emigrierte und dort 1942 starb.

Barkenhoff/Heinrich-Vogeler-Museum · Ostendorfer Straße 10 · Tel. 04792-3968
Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Barkenhoff-Stiftung Worpswede.

Große Kunstschau

Die Große Kunstschau Worpswede vereint in einem Museum Bilder von den Gründern der Künstlerkolonie (Mackensen, Modersohn, Overbeck, Vogeler, am Ende und Vinnen) und zeitgenössische Kunst. Die bekannten und beliebten Klassiker werden im 1927 von Bernhard Hoetger erbauten Teil der Kunstschau präsentiert, die Moderne wird in dem von Gerhard Müller-Menckens errichteten und 2010/2011 sanierten Teil in Sonderausstellungen gezeigt.

Die Dauerausstellung in der Großen Kunstschau: Worpsweder Maler der Gründergeneration

Die Rotunde der Großen Kunstschau ist die Schatzkammer der »Alten Worpsweder« und bietet den besten Einstieg in die Worpsweder Kunstgeschichte. Hier werden Werke der Gründer der Künstlerkolonie und der Wegbereiter der Moderne in Worpswede gezeigt: Gemälde von Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Heinrich Vogeler, Fritz Overbeck, Hans am Ende und Carl Vinnen bieten einen repräsentativen Querschnitt der Kunst der Gründergeneration. Der hohe Himmel und die mystischen Mondnächte im Teufelsmoor sind hier genauso zu sehen, wie der berühmte »Sommerabend« von Heinrich Vogeler.

Auch die bedeutendste Worpsweder Malerin, Paula ModersohnBecker,ist vertreten. Inspiriert durch ihre Aufenthalte in der Kunstmetropole Paris brachte sie, wie auch der Architekt der
Großen Kunstschau, Bernhard Hoetger, die modernen Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts in die Künstlerkolonie.

Große Kunstschau Worpswede · Lindenallee 5 · Tel. 04792-1302
Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Großen Kunstschau Worpswede.

Haus im Schluh / Heinrich-Vogeler-Stiftung

Seit 2012 ist das Museum um einen modernen Ausstellungsanbau erweitert. Malerei, Grafik und Design von Heinrich Vogeler wird in der authentischen Lebenswelt seiner ersten Frau Martha präsentiert. Das idyllische Anwesen wird bis heute von der Familie persönlich betreut. Mit Handweberei und Museums- laden.
Führungen und Vorträge auf Anfrage.

Die Dauerausstellung im Haus im Schluh: Martha und Heinrich Vogeler – Die Geschichte einer Sammlung

Seit 2012 ist das Museum um einen modernen Ausstellungsanbau erweitert. Malerei, Grafik und Design von Heinrich Vogeler wird in der authentischen Lebenswelt seiner ersten Frau Martha präsentiert. Das idyllische Anwesen wird bis heute von der Familie persönlich betreut. Mit Handweberei, Museumsladen und Ferienwohnungen. Führungen und Vorträge auf Anfrage.

Haus im Schluh/Heinrich-Vogeler-Sammlung · Im Schluh 35–37 · Tel. 04792-522 ·
Weitere Informationen finden Sie auf der Website vom Haus im Schluh.

 

Worpsweder Kunsthalle – Kunststiftung Friedrich Netzel

Als private Galerie 1919 gegründet, ist sie die älteste Kunstinstitution des Ortes. Durch umfangreiche Sanierung in den Jahren 2011/12 ist das Haus zeitgemäß modernisiert und entspricht als Mitglied des Museumsverbundes den heutigen Standards. Neben eigener umfangreicher Sammlung Worpsweder Kunst aller Generationen wird in Sonderausstellungen auch zeitgenössische wie internationale Kunst und Kunsthandwerk gezeigt. Begleitende Veranstaltungen, Lesungen, Vorträge, Konzerte. Kunstshop, Beratung, individuelle Führungen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Worpsweder Kunsthalle.

 

Museum am Modersohn-Haus

Das historische „Modersohn-Haus“ kaufte Otto Modersohn 1897 als Wohnhaus für sich und seine Familie. Dort lebte auch Paula Becker-Modersohn, die dort 1907 starb. Gegenstände des Künstlerpaares sind zu sehen. Heute befindet sich hier ein moderner Museumsanbau mit der Bernhard Kaufmann Sammlung, die Bilder von der ersten Worpsweder Malergeneration zeigt: Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Hans am Ende, Carl Vinnen, Fritz Overbeck, Heinrich Vogeler sowie 21 Werke von Paula Modersohn-Becker.
Der Museumsshop bietet eine große Auswahl an Kunstkarten, Büchern, sowie gerahmten, veredelten Kunstdrucken an. „Heinrich Vogelers Reiseskizzen-Album“ sowie weitere Publikationen können dort ebenfalls erworben werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Museums am Modersohn-Haus 

 

Käseglocke

Rundes Wohnhaus des Schriftstellers und 1. Worpsweder Gästeführers Edwin Koenemann von 1926. Architektur: Bruno Taut, mit farbiger Außengestaltung und expressionistischen Details, jetzt als Museum für regionale angewandte Kunst, direkt am Wanderweg vom zentralen Parkplatz zum Barkenhoff gelegen, auch über die Lindenallee zu erreichen. Führungen auf Anfrage.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Verein Freunde Worpswedes e.V.

 

 

 

Schatzkammern gut vernetzt

Wer im Kulturland Teufelsmoor unterwegs ist, der begegnet der Kunst auf Schritt und Tritt: in den Nachbargemeinden Fischerhude (Otto-Modersohn-Museum) und Lilienthal (Kunstschau Wümme-Wörpe-Hamme), in Osterholz-Scharmbeck (Kunstverein und Sammlung der Kreissparkasse) und in Bremen (Kunsthalle, Kunstsammlungen Böttcherstraße, Overbeck-Museum). Selbst international ist Worpswede als bedeutende deutsche Künstler kolonie innerhalb der 1994 in Brüssel gegründeten Europäischen Vereinigung der Künstlerkolonien »euroArt« gut vernetzt. Im Bewusstsein eines gemeinsamen kulturellen Erbes pflegen die Mitglieder den länderübergreifenden Dialog und arbeiten u. a. an gemeinsamen kulturtouristischen Konzepten.

 

Otto-Modersohn-Museum Fischerhude

Das Otto-Modersohn-Museum in Fischerhude zeigt seit dem Mai 2012 in erweiterten Ausstellungsräumen in einer Auswahl den Bestand der Otto-Modersohn-Stiftung, ergänzt durch Leihgaben aus Privatbesitz.
Otto Modersohn, 1889 Mitbegründer der Worpsweder Künstlerkolonie verließ Worpswede 1908 nach dem frühen Tod seiner zweiten Ehefrau Paula Modersohn-Beckers und zog nach Fischerhude, wo er bis zu seinem Tod 1943 lebte und arbeitete.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Otto-Modersohn-Museums

 

 

 

Overbeck-Museum / Altes Packhaus Vegesack

Das Overbeck-Museum widmet sich dem Nachlass des Worpsweder Künstlerpaars Fritz und Hermine Overbeck. In einer Dauerschau präsentiert das Haus die Werke der beiden Worpsweder in wechselnder Auswahl. Sonderausstellungen greifen zudem verwandte Themen auf. Auch zeitgenössischen Künstlern bietet das Museum ein Forum. Führungen, Vorträge, Lesungen oder Kunstreisen runden das Programm ab.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Overbeck-Museums