Die Worpsweder Museen laden Sie ein, in die Geschichte des Künstlerdorfs einzutauchen und die Meisterwerke der Gründergeneration und ihrer Nachfolger zu erleben. Drei Dauerausstellungen bringen Ihnen die Hauptwerke der »Alten Worpsweder« (Große Kunstschau) sowie das Lebenswerk Heinrich Vogelers (Barkenhoff und Haus im Schluh) nahe.

Die Dauerausstellung in der Großen Kunstschau: Worpsweder Maler der Gründergeneration

Die Rotunde der Großen Kunstschau ist die Schatzkammer der »Alten Worpsweder« und bietet den besten Einstieg in die Worpsweder Kunstgeschichte. Hier werden Werke der Gründer der Künstlerkolonie und der Wegbereiter der Moderne in Worpswede gezeigt: Gemälde von Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Heinrich Vogeler, Fritz Overbeck, Hans am Ende und Carl Vinnen bieten einen repräsentativen Querschnitt der Kunst der Gründergeneration. Der hohe Himmel und die mystischen Mondnächte im Teufelsmoor sind hier genauso zu sehen, wie der berühmte »Sommerabend« von Heinrich Vogeler. Auch die bedeutendste Worpsweder Malerin, Paula Modersohn Becker,ist vertreten. Inspiriert durch ihre Aufenthalte in der Kunstmetropole Paris brachte sie, wie auch der Architekt der Großen Kunstschau, Bernhard Hoetger, die modernen Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts in die Künstlerkolonie.

Die Dauerausstellung im Barkenhoff: Heinrich Vogeler Malerei, Grafik, Architektur, Design von 1892 bis 1942

Im Barkenhoff ist eine umfangreiche Ausstellung zu Heinrich Vogelers Leben und Gesamtwerk zu sehen: Von der Akademiezeit über Jugendstil und Expressionismus bis hin zur neuen realistischen Malerei verweisen Exponate aller Genres auf die Kreativität dieser einzigartigen Künstlerpersönlichkeit. Eine Auswahl von Gemälden und Grafiken dokumentiert die frühe Werkphase um die Wende zum 20. Jahrhundert. Vogeler wird als Buchkünstler und Illustrator vorgestellt, wertvolle kunstgewerbliche Objekte wie Schmuck, Porzellane und Gläser präsentieren ihn als vielseitigen Gestalter in der Hochphase des Jugendstils. Seine Arbeit als Designer von Möbeln und Inneneinrichtungen wird anhand von Entwurfszeichnungen und originalen Möbeln gezeigt; Architekturzeichnungen und Modelle belegen seine Tätigkeit als Architekt. Darüber hinaus dokumentieren Gemälde des Spätwerks die persönliche, künstlerisch-politische Veränderung im Leben Vogelers, der 1931 in die ehemalige Sowjetunion emigrierte und dort 1942 starb.

Die Dauerausstellung im Haus im Schluh: Martha und Heinrich Vogeler die Geschichte einer Sammlung

Das Museum Haus im Schluh ist ein besonderes Worpsweder Kleinod. Bis heute wird es von den Nachfahren Heinrich und Martha Vogelers geführt. Die Ausstellung mit den Werken Heinrich Vogelers erstreckt sich über beide Museumsgebäude und widmet sich der spannenden Geschichte der Familie Vogeler und der damit verbundenen Sammlungsgeschichte des Hauses.Für Kinder gibt es ein lustiges Suchspiel und einen Spieltisch mit Memory und Puzzle.1920 entschied sich Martha Vogeler, erste Ehefrau des Künstlers, für einen damals sehr mutigen Weg: Sie verließ den Barkenhoff, kaufte ein Stück Land, ließ ein altes Niedersachsenhaus andernorts abbauen und im Schluh neu errichten. Gemeinsam mit den drei Töchtern schuf sie damit ein neues Zuhause und einen Gedenkort für Heinrich Vogeler. Auch eine Handweberei, Gästezimmer und ein Archiv fanden hier Platz. Das Haus im Schluh war für viele Jahrzehnte ein Ort der Begegnung von Künstlern und Schriftstellern mit den vielen Freundinnen und Freunden des Hauses.

Hier können Sie die komplette Jahresbroschüre herunterladen: JahresprogrammWorpswederMuseen.

 

Das Museum am Modersohn-Haus zeigt ganzjährig eine umfangreiche Kunstsammlung der ersten Worpsweder Malergeneration.

Klicken Sie hier für einen 360 Grad Panoramarundgang.

 

 

 

Die Ausstellungen der Worpsweder Museen 2017

Nachdem die Großen Kunstschau bereits im Frühjahr den Worpsweder Fotografen Rüdiger Lubricht in einer Einzelausstellung präsentierte, liegt der Fokus auch im Winter auf einem Worpsweder Zeitgenossen: New York, Shanghai, Tokio, Kairo, Dubai – die Megastädte dieser Welt beeindrucken durch ihre kaum fassbaren Dimensionen und ihren scheinbar ungebremsten Wachstum. Menschen, die in diesen Städten leben, verschwinden in den architektonischen Strukturen dieser schönen neuen Welt. Dass die Megacitys in erster Linie darauf angelegt sind, Menschenmassen unterzubringen, aber dem Lebensort kein charakteristisches Gesicht verleihen, führt der Fotograf Jürgen Strasser dem Besucher auf eindrückliche Weise vor Augen.

Traditionelles Handwerk und experimentierfreudige Vielfalt treffen in der Ausstellung »Textur und Farbe – Ursula Jaeger und Anka Kröhnke« in der Worpsweder Kunsthalle aufeinander. Während die in Bremen lebende Künstlerin Ursula Jaeger (*1935) das schon aus dem Mittelalter stammendes Handwerk der Bildweberei pflegt, setzt Anka Kröhnke (*1940) ihre unverwechselbaren stark farbigen »Wandcollagen« in derselben traditionellen Technik, jedoch mit sehr ungewöhnlichen Materialien um. Die Doppelausstellung dieser beiden renommierten Künstlerinnen zeigt nicht nur wie vielseitig die Technik der Weberei sein kann, sondern auch wie zeitaktuell sich dieses traditionelle Medium umsetzen lässt.

Das Haus im Schluh lädt am 18. November zu einer ungewöhnlichen Aktion: Der in Berlin und Peking lebende Künstler Falk Hirdes wird gemeinsam mit den Besuchern seinen Suspended Cube im Museum installieren. Durch die gemeinsame persönliche Aktion und das Einfügen eines neuen Elements wird das Erlebnis des Raums in eine bewusste Erfahrung verwandelt.

Jürgen Strasser – Groß-Stadt-Lichter

Der in Wiesbaden und Worpswede lebende Fotograf Jürgen Strasser gewährt einen eindrucksvollen Blick auf die Mega-Metropolen der Welt. Er reist nach Afrika, Arabien, Asien und fängt in ungewöhnlichen Bildern die ungebremst wachsenden Boom-Citys und ihre kaum noch fassbaren Dimensionen ein. In nur wenigen Jahrzehnten haben sie den europäischen und US-amerikanischen Städten den Rang abgelaufen und prägen das Bild der Stadt von morgen. Ungebremstes Höhenwachstum wie in Dubai-City oder Shanghai kontrastiert Strasser mit Fotografien der wuchernden Vororte, etwa in Kairo oder Hongkong. In beinahe grafisch-abstrakten Bildern zeigt er Stadtdimensionen, in denen der einzelne Mensch keine Rolle mehr zu spielen scheint. Den Kontrast dazu bilden Objekte aus der Sammlung des Berliner »Buchstabenmuseums«. Klassische Leuchtreklamen, die einst für das verlockende Versprechen der Großstadt standen, wirken im Vergleich zu den von Strasser eingefangenen Stadtbildern fast nostalgisch und dokumentieren die Veränderungen im Zuge der weltweiten Urbanisierung am Beginn des 21. Jahrhunderts.
Große Kunstschau Worpswede
19. November 2017 bis 4. März 2018
Di–So 11–17 Uhr
Eröffnung am Sonntag, 19. November, 11.30 Uhr

Ursula Jaeger und Anka Kröhnke – Zwei Meisterinnen der Tapisserie

Ursula Jaeger (*1935, Schwerin) pflegt ein schon aus dem Mittelalter stammendes Handwerk. Sie studierte an der Meisterschule für das Kunsthandwerk in Berlin und wurde Diplom-Designerin für Bildweberei. Nach fünf Jahren in den USA gründete sie 1973 eine
eigene Werkstatt in Bremen und erhielt Lehraufträge wie Preise für ihre moderne, vom Bauhaus geprägte Auffassung der Gobelingestaltung in Verarbeitung von Texten und Aquarellen in Materialmix. Über ihr kulturgeschichtliches Interesse gelangte sie auch
zu sakralen Themen, die sie als Metapher sieht und zeitaktuell interpretiert.
Anka Kröhnke (*1940, Berlin) entstammt einer großen Künstlerfamilie. Sie studierte in Berlin, um zunächst dort, später in Hamburg, eine Werkstatt zu betreiben. Ein Lehrauftrag, museale Ausstellungen und Preise folgten. Seit ihrem Umzug in das Ostseebad Kühlungsborn im Jahr 2003 führt sie ein Familienmuseum mit eigener Werkstatt, in der die experimentierfreudige Künstlerin unverwechselbare »Wandcollagen« in starker Farbigkeit herstellt.
Worpsweder Kunsthalle
19. November 2017 bis 4. März 2018,
Di – So 11–17 Uhr
Eröffnung am Samstag, 18. November, 18.00 Uhr

 

Falk Hirdes – Introductions

Ein Kubus aus neongelben Schnüren, schwebend verspannt von seinen acht Ecken aus – diese Installation wird in verschiedenen Räumen, zumeist Hotelzimmern irgendwo auf der Erde, realisiert und fotografiert. Der Künstler Falk Hirdes: »Die Idee hinter der Serie ist das Entdecken mir bis dato fremder Räume durch das Hinzufügen, Einfügen eines weiteren Raumes. Am ehesten wird das für mich durch das englische Wort »introduction« beschrieben: Sowohl ein Einführen als auch ein Vorstellen. Dem fremden Raum etwas Eigenes hinzuzufügen. Ihn und seine Möglichkeiten und Restriktionen kennenzulernen und gleichzeitig ein stückweit zu erobern. […] Der Akt an sich ist für mich dabei das Interessanteste. Der Prozess. Das Aufhängen des Würfels unter den Bedingungen, die mir der Raum vorgibt und das anschließende photographische Erkunden des neu geschaffenen Raums im Raum.« In einer Aktion wird Falk Hirdes seinen »Suspended Cube« im Haus im Schluh induzieren. Gezeigt werden neben dem Raumobjekt auch Fotografien und 360-Grad-Darstellungen, die über QR-Code heruntergeladen werden können.
Haus im Schluh/Heinrich-Vogeler-Sammlung
19. November 2017 bis 4. März 2018
Di – So 11–17 Uhr
Eröffnungs-Performance am Samstag, 18. November 2017, 16.00 Uhr

Veranstaltungshighlights in den Worpsweder Museen im Dezember 2017

Samstag, 02. Dezember 2017, 17.30 Uhr, Haus im Schluh
WINTERHIGHLIGHT: »Leben mit der Kunst«
Führung und anschließendes Gespräch am Kaminfeuer mit Berit Müller,
Urenkelin von Martha und Heinrich Vogeler
Exklusives Winter-Angebot außerhalb der regulären Öffnungszeiten
Dauer: 1,5 Stunden
Kosten: 10 Euro
Mindestanmeldungen: ab 10 bis max. 15 Personen
Anmeldung unter: 04792 – 935820

Samstag, 09. Dezember 2017, 16.30 Uhr, Barkenhoff
WINTERHIGHLIGHT: »Poesie der Liebe«
Exklusives Angebot außerhalb der regulären Öffnungszeiten
Mindestanmeldungen: ab 10 bis max. 20 Personen
Dauer: 1,5 Stunden
Kosten: 10 Euro pro Person
Anmeldung unter: 04792 – 935820

Dienstag, 12. Dezember 2017, 19.00 Uhr, Haus im Schluh
VORTRAG: »Zwei verwandte Seelen? − Die Künstler Heinrich Vogeler und
Ernst Müller-Scheeßel: zwei Möbelentwerfer zwischen Volkskunst,
Jugendstil und Moderne im Vergleich«
Referentin: Astrid Schneider-Kaschke
Eintritt frei

Freitag, 15. Dezember 2017, 17.00 Uhr, Barkenhoff
WORPSWEDER ADVENTSKALENDER: »Kerzenschein auf dem Barkenhoff«
Adventsstimmung im Innenhof – in den Feierabend mit Spekulatius und Glühwein

Samstag, 16. Dezember 2017, 15.00 Uhr, Große Kunstschau
WINTERHIGHLIGHT: »Kunst und Angewandtes – Bernhard Hoetger«
Sonderführung mit Hartmut Balke in der Großen Kunstschau mit anschließendem
Kaffee-Gedeck im Kaffee Worpswede
Mindestanmeldungen: ab 10 bis max. 20 Personen
Dauer: 1,5 Stunden
Kosten: 15 Euro pro Person, darin enthalten: Führung, Museumseintritt und Kaffee-Gedeck im Kaffee Worpswede
Anmeldung unter: 04792 – 935820

Freitag, 21. Dezember 2017, 17.00 Uhr, Große Kunstschau
WORPSWEDER ADVENTSKALENDER: »Heinrich Vogelers Wintermärchen«
30-minütige, kostenlose Führung

Rückblick Sommer 2017: Sonderausstellungen

Paula Modersohn-Becker ist in diesen Monaten in aller Munde. Neben bedeutenden Einzelausstellungen im In- und Ausland hat der Film »Paula – Mein Leben soll ein Fest sein« wesentlichen Anteil daran. Die Worpsweder Museen nehmen das große Interesse an der Malerin zum Anlass, im Frühjahr und Sommer das künstlerische Leben in der Künstlerkolonie Worpswede um 1900 gleichsam mit den Augen Paula (Modersohn-) Beckers zu erkunden. Sie stellen den Ort und den Kreis der Künstlerinnen und Künstler vor, in den die junge Malerin eintauchte, als sie 1898 nach Worpswede zog. Auch wenn die Weltstadt Paris als Sehnsuchtsort und Inspirationsquelle zunehmend für sie an Bedeutung gewann und sie schon bald die Worpsweder Malerfreunde künstlerisch hinter sich ließ, blieben die Worpsweder Motivwelt und die hier geknüpften Freundschaften und Beziehungen prägend für ihr Leben und ihre Kunst. »Paulas Welt« in der Worpsweder Kunsthalle (12.3.-5.11.2017) und »Paulas Worpswede« in der Großen Kunstschau und im Barkenhoff (25.6.-5.11.2017) lassen Kunst und Leben im Worpswede dieser Jahre lebendig werden.

 

 

Veranstaltungshighlights in den Worpsweder Museen bis einschließlich 11. November 2017 hinweisen:

Sonntag, 05. November 2017, 12.00 Uhr, Große Kunstschau
MATINEE: Paulas Worpswede – »… es ist ein Wunderland«
Kostenlose öffentliche Führung (im Eintrittspreis enthalten!)
Dauer: 30 Minuten
(Hinweis: Dies ist der letzte Tag der Sonderausstellung.)

Sonntag, 05. November 2017, 15.00 Uhr, Worpsweder Kunsthalle
KÜNSTLERGESPRÄCH: »Linsenlos − Über die Camera obscura und die Erfindung der Herrografie«
mit dem Fotografen Volkmar Herre anlässlich der Ausstellung zum RAW17 Photofestival
Kostenlose öffentliche Veranstaltung (im Eintrittspreis enthalten!)
(Hinweis: Dies ist der letzte Tag der Sonderausstellung.)

Freitag, 10. November 2017, 17.00 bis 20.00 Uhr, Große Kunstschau
SONDERVERANSTALTUNG: »Unter der Lupe«
kindgerechte Familienführungen mit Gesa Jürß (Worpsweder Museumsverbund),
verlängerte Öffnungszeiten und freier Eintritt anlässlich des 3. Worpsweder Lichterfests
(Ab 17.30 Uhr finden im halbstündigen Takt kindgerechte Kurzführungen mit Hands-On-Stationen statt.)

Samstag, 11. November 2017, 16.30 Uhr, Barkenhoff
WINTERHIGHLIGHT: »Vogelers Wandel – Werk und Leben des Künstlers in der Sowjetunion«
Exklusives Angebot außerhalb der regulären Öffnungszeiten mit Hartmut Balke
Mindestanmeldungen: ab 10 bis max. 20 Personen
Dauer: 1,5 Stunden
Kosten: 10 Euro pro Person
Anmeldung unter: Tel.: 04792 – 935820

Veranstaltungshighlights in den Worpsweder Museen finden Sie unter: www.worpswede-museen.de/aktuell-in-den-museen/veranstaltungen.html