Sommer 2019

Der Barkenhoff zeigt mit Norbert Schwontkowski (1949 – 2013) einen international renommierten Bremer Künstler. Parallel dazu wird in der Großen Kunstschau die seit 25 Jahren erste europäische Museumsausstellung der New Yorker Künstlerin Merrill Wagner (*1935) zu sehen sein – eine Wiederentdeckung. Und das Haus im Schluh erinnert an die bemerkenswerte Worpsweder Kunstfreundschaft zwischen Hans-Herman Rief und Friedrich Netzel und antwortet damit auf die Ausstellung zum 100. Jubiläum der Worpsweder Kunsthalle. Download Jahresprogramm 

 

100 Jahre Worpsweder Kunsthalle

Kunstkosmos Worpswede – 100 Jahre Worpsweder Kunsthalle
Worpswede Kunsthalle
17. März bis 4. November 2019

Das Jahr 1919 markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des Künstlerdorfs: Der Buchbinder, Kunstsammler und Kunsthändler Friedrich Netzel eröffnet das erste Ausstellungshaus im Ort und macht seine Worpsweder Kunstsammlung öffentlich zugänglich. Dies ist der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Über drei Generationen wächst die Sammlung Netzel beständig weiter und bietet heute den umfassendsten Einblick in den facettenreichen Kosmos der Worpsweder Kunst – von den Anfängen bis in die Gegenwart. 2019 feiert die Worpsweder Kunsthalle ihren 100. Geburtstag!

Kunstkosmos Worpswede – 100 Jahre Worpsweder Kunsthalle zeigt vom 17. März bis 3. November 2019 durchlaufend eine beeindruckende Auswahl der schönsten Werke aus diesem einmaligen Bestand. Im Laufe der Ausstellung wird es im vorderen Ausstellungsbereich immer wieder kleine wechselnde Sonderpräsentationen zur Sammlungsgeschichte geben.

 

Barkenhoff/Heinrich-Vogeler-Museum

Norbert Schwontkowski
Gemalte Poesie
Die Sammlung Seinsoth
30. Juni bis 3. November 2019

Norbert Schwontkowski (1949–2013) ist einer der bedeutendsten norddeutschen Vertreter der zeitgenössischen figurativen Malerei. Seine Werke faszinieren durch Darstellungen von Alltäglichem und Absurdem, die er in meist perspektivlosen Bildräumen zu surreal anmutenden, poetischen Gesamtbildern werden lässt. Schwontkowski studierte 1968 bis 1973 an der Bremer HfG sowie an der HfBK in Hamburg; ab 2005 hatte er dort eine Professur für Malerei und Zeichnung inne. Seine Werke wurden ab Beginn der 1980er Jahre in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, unter anderem von Brigitte Seinsoth (†2012) und Udo Seinsoth, die 1981 bis 2012 in der Galerie Beim Steinernen Kreuz die zeitgenössische künstlerische Avantgarde vorstellten. Die Bremer Galeristen richteten 1984 eine der ersten Einzelausstellungen Schwontkowskis aus, sieben weitere folgten. Im Zuge dessen entstand eine umfangreiche Privatsammlung, aus der im Barkenhoff Ölbilder, Arbeiten auf Papier und Künstlerbücher aus verschiedenen Schaffensphasen zu sehen sind.

 

 

 

Große Kunstschau Worpswede

Worpswede zeitgenössisch
Merrill Wagner
Landscapes of colour
30. Juni bis 3. November 2019

Die Ausstellung der 1935 in New York geborenen Merrill Wagner ist deren erste institutionelle Präsentation in Europa seit der Ausstellung im Gemeentemuseum Den Haag 1991. Wagner experimentiert mit Materialien und untersucht das Zusammenspiel von Farbe, Linie, Form und Raum. Damit folgt sie einer Tradition von Minimal- und Concept-Art der 1960er Jahre, für die es galt, alles Narrative zu verneinen. Wagners Abstraktionen aber werden nie kühl und behalten jederzeit eine Referenz auf das Natürliche. So überrascht es nicht, dass die Künstlerin parallel geradezu postimpressionistische Landschaftsstudien macht. In ihrem höchst eigenen Verhältnis zwischen Abstraktion und Naturreferenz treten die Arbeiten von Wagner auch in einen Dialog mit Paula Modersohn
-Becker und Ottilie Reylaender. In ihrer radikalen Reduktion entwickeln sie eine Einfachheit, die darüber hinaus eine Brücke zu der parallel im Barkenhoff laufenden Ausstellung von Norbert Schwontkowski schlagen kann.

 

Haus im Schluh

Kabinettausstellung im Sommer 2019
Hans-Herman Rief, Fritz Netzel und die Worpsweder Kunsthalle
30. Juni bis 3. November 2019

An die fruchtbare und inspirierende Zusammenarbeit der Kunstfreunde Hans-Herman Rief und Fritz Netzel möchte die Kabinettausstellung im Haus im Schluh erinnern. Der Archivar und Kunstsammler Hans-Herman Rief (1909–2009) betreute seit 1946 den künstlerischen Nachlass Heinrich Vogelers im Schluh. Durch seine freundschaftlichen Kontakte in die Pariser Kunstszene der 50er und 60er Jahre ermöglichte er dem jungen Galeristen Fritz Netzel zahlreiche außergewöhnliche Ausstellungen in der Worpsweder Kunsthalle. So fanden unter anderen die in Paris lebenden Künstler Max Ernst und Bram van Velde hier ein begeistertes und interessiertes Publikum und festigten den Ruf Worpswedes als Ort aktueller Kunst. Bekannt ist auch die Sammlung an Künstler-Plakaten aus der Pariser Druckwerkstatt der Brüder Mourlot, die Rief im Laufe der Jahre zusammentrug. Die farbkräftigen, von Künstlern wie Jean Cocteau, Henri Matisse, Juan Miró, Pablo Picasso und Marc Chagall gestalteten Ausstellungsplakate und Grafiken waren begehrte Objekte der Worpsweder Kunstliebhaber. Ein Teil dieser kostbaren Drucke ging über den Nachlass in die Sammlung des Haus im Schluh über.

 

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Museum am Modersohn-Haus: Worpswede – die erste und zweite Malergeneration

Das Museum am Modersohn-Haus zeigt ganzjährig eine umfangreiche Kunstsammlung der ersten Worpsweder Malergeneration.

Das Museum am Modersohn-Haus zeigt in einer Sonderausstellung ausgewählte Werke zu Worpswedes 2. Malergeneration. Auf die berühmten Worpsweder der ersten Stunde folgten mit Udo Peters, Karl Krummacher, Walter Bertelsmann, Karl Arste und schließlich Bernhard Huys zunächst diejenigen Maler, die die naturalistisch bestimmte, regionaltypische Landschaftsdarstellung für weitere fünf Jahrzehnte fortführten. Daneben drängten insbesondere kurz nach 1918 viele junge Kräfte ins Künstlerdorf, mit denen der Expressionismus Eingang in die Worpsweder Kunst fand. Bereits 1906 gründete der damals 26-jährige Georg Tappert, später ein bedeutender Expressionist, in Worpswede eine Malschule, die junge und unkonventionelle Talente förderte. Zu den expressiven Worpswedern zählen heute Namen wie Alfred Kollmar, Albert Schiestl-Arding, Bram van Velde, Willy Dammasch und Tetjus Tügel. Kunst und Atmosphäre Worpswedes veränderten sich nachhaltig im Verlauf der Zwanziger Jahre. Die Zahl der Maler, Dichter und Kunsthandwerker wuchs im Vergleich zu den Gründerjahren um ein Vielfaches.

www.museum-modersohn.de

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