Die Winterausstellungen der Worpsweder Museen

 

Worpsweder Kunsthalle
Haus im Schluh
18. 11. 2018 bis 3. 3. 2019

Während der Laufzeit der großen Gemeinschaftsausstellung »Kaleidoskop Worpswede. Kunstwerk, Landschaft, Lebensort« wurden für ein begleitendes künstlerisches For-schungsprojekt mehrere Kunstakademieklassen aus dem In- und Ausland zu Arbeitsauf-enthalten nach Worpswede eingeladen. Die Studierenden haben die Aufgabe, sich in eigenen künstlerischen Arbeiten mit den in der Ausstellung aufgeworfenen Fragestellungen auseinanderzusetzen. Die Ergebnisse werden nun in der Folgeausstellung »Resonanzen« der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wie bereits in der »Kaleidoskop«-Ausstellung wird es auch hier um die spannende Frage gehen, wie auswärtige Künstlerinnen und Künstler den Ort und seine Kunst wahrnehmen und ästhetisch reflektieren. Ein zentraler Aspekt wird dabei sein, welche Zukunftspotenziale und –perspektiven sie entdecken oder entwickeln. Die Ausstellung will damit Räume öffnen und im Jubiläumsjahr 2018 Impulse zur Worpsweder Orts- und Kunstentwicklung setzen. Den Auftakt des Projekts macht die Malereiklasse von Heike Kati Barath von der Hochschule für Künste Bremen.

 

Paula Modersohn-Becker Kunstpreis
Barkenhoff
Große Kunstschau
17. 11. 2018 bis 3. 3. 2019

Der PMB Kunstpreis wird 2018 zum fünften Mal ausgelobt. Der Preis des Landkreises Os-terholz richtet sich an professionelle Künstlerinnen und Künstler mit biografischen Bezügen zur Metropolregion Nordwest.

In einem zweifachen Juryverfahren mit renommierten Kunstexperten wird ein Nachwuchs und ein Sonderpreis (Jury 2018: Meike Behm, Kunsthalle Lingen, Dr. Justin Hoffmann, Kunstverein Wolfsburg und Cony Theis, Hochschule
Ottersberg) sowie ein Hauptpreis verliehen (Jury 2018: Kathrin Becker, NBK Berlin, Roland Nachtigäller, Museum Marta Herford, Prof. Dr. Stephan Berg, Kunstmuseum Bonn).

Der Preis soll zur Stärkung der kulturellen Identität der »Metropolregion Nordwest« beitragen und ein besonderes Augenmerk auf das aktuelle künstlerische Schaffen in Worpswede und im Landkreis Osterholz lenken. Zu sehen sind Arbeiten von Karin Borchers, Nezaket Ekici, Magdalena Los, Liav Mizrahi, Christine Schulz, Alexander Steig, Tillmann Terbuyken, Fritz Laszlo Weber und Nehmzow.

 

Museum am Modersohn-Haus: Worpswede – die zweite Malergeneration

Das Museum am Modersohn-Haus zeigt ganzjährig eine umfangreiche Kunstsammlung der ersten Worpsweder Malergeneration.

Vom 1. April bis 31. Dezember 2018 zeigt das Museum am Modersohn-Haus in einer Sonderausstellung ausgewählte Werke zu Worpswedes 2. Malergeneration. Auf die berühmten Worpsweder der ersten Stunde folgten mit Udo Peters, Karl Krummacher, Walter Bertelsmann, Karl Arste und schließlich Bernhard Huys zunächst diejenigen Maler, die die naturalistisch bestimmte, regionaltypische Landschaftsdarstellung für weitere fünf Jahrzehnte fortführten. Daneben drängten insbesondere kurz nach 1918 viele junge Kräfte ins Künstlerdorf, mit denen der Expressionismus Eingang in die Worpsweder Kunst fand. Bereits 1906 gründete der damals 26-jährige Georg Tappert, später ein bedeutender Expressionist, in Worpswede eine Malschule, die junge und unkonventionelle Talente förderte. Zu den expressiven Worpswedern zählen heute Namen wie Alfred Kollmar, Albert Schiestl-Arding, Bram van Velde, Willy Dammasch und Tetjus Tügel. Kunst und Atmosphäre Worpswedes veränderten sich nachhaltig im Verlauf der Zwanziger Jahre. Die Zahl der Maler, Dichter und Kunsthandwerker wuchs im Vergleich zu den Gründerjahren um ein Vielfaches.

www.museum-modersohn.de

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Aktuell: Zusammen mit zwei anderen Häusern (art99 und Galerie Altes Rathaus) ist das Museum am Modersohn-Haus Gastgeber für eine der Sonderausstellungen der Worpsweder Kunst- und Film-Biennale 2018. Im Rahmen des diesjährigen Projektes „Culture – Creating – Confindence“ werden vom 25. Oktober bis zum 15. November zeitgenössische Werke aus Russland, Worpswede, Bremen und Niedersachsen gezeigt.

 

Rückblick

Kaleidoskop Worpswede – Kunstwerk Landschaft Lebensort

Ausstelllungen in vier Worpsweder Museen: Große Kunstschau, Barkenhoff, Haus im Schluh und Worpsweder Kunsthalle
24. Juni bis 4. November 2018

Es war der Traum vieler Worpsweder Künstler, Kunst, Landschaft und Leben miteinander zu vereinen. Mit der Gründung der Künstlerkolonie im Jahr 1889 schufen sie den »Mythos Worpswede« und gaben dem Dorf im Teufelsmoor eine ganz neue Identität, die bis heute weiterwirkt.

In der großen Gemeinschaftsausstellung »Kaleidoskop Worpswede« erkunden die vier Worpsweder Museen, wie die Kunst diesen Ort geprägt und verändert hat. Der »Mythos Worpswede« wird mit künstlerischen Mitteln einer Revision unterzogen. Den über Jahrzehnte verfestigten Sichtweisen auf eine vergangene Worpsweder Zeit werden neue Standpunkte gegenübergestellt, der Blick wird in Richtung Gegenwart und Zukunft gelenkt.

Am Beispiel Worpswedes und seiner Kunstwerke untersucht die Ausstellung, wie Kunst heute unseren Blick auf die Wirklichkeit verändern und damit neue Perspektiven eröffnen kann. Die Fragen, die die Ausstellung stellt, und die Antworten, die sie gibt, werden überraschend, erhellend und manchmal auch irritierend sein – der Ort Worpswede und seine Kunst werden neu und [anders] erfahrbar.

[anders] schauen
Große Kunstschau

Die Große Kunstschau wird zum Ort eines neuen Kunst-Sehens. Alt- und Neubau werden konzeptuell zusammengeführt; alte und neuere Worpsweder Gemälde treffen auf Werke internationaler Kunst. Die expressionistische Architektur Bernhard Hoetgers wird reinszeniert und dadurch neu erlebbar. Kunstwerke im und am Gebäude laden die Betrachter ein, Kunst [anders] zu schauen.

Die Kunstschau wird bei ihrem Namen genommen und ermöglicht neue Blicke auf vermeintlich Altbekanntes: Durch die Gegenüberstellung ausgewählter Meisterwerke der Worpsweder Kunst mit aktuellen Werken entstehen spannungsvolle Dialoge in 13 hochverdichteten Räumen. Im Altbau wird die Umwidmung der Räume am radikalsten spürbar: Die Rotunde wird für die Dauer der Jubiläumsausstellung zu einem Ort der Produktion. Der Berliner Künstler Tilo Schulz wird die zentrale Rotunde über die gesamte Ausstellungsdauer immer weiter bearbeiten und verändern.

[anders] gestalten
Barkenhoff

Auf dem Barkenhoff wird das Spannungsfeld zwischen Kunst und Land(wirt)schaft beleuchtet – ausgehend von den lebensreformerischen Plänen Heinrich Vogelers über die Ideen der Landschaftsarchitekten Leberecht Migge und Max Karl Schwarz bis hin zu aktuellen Alternativen des Landbaus.

Drei Künstlerinnen sind 2018 für längere Zeit in der Künstlerkolonie zu Gast: Neben dem Langzeitprojekt »Ich bin gerne Bauer…« von Antje Schiffers werden Antje Majewski und Pawel Freisler ihr 2014 im Muzeum Sztuki/Łód´z begonnenes Projekt Der Apfel fortführen. Und die Südtirolerin Gabriela Oberkofler hinterfragt durch künstlerische Interventionen die aktuelle Relevanz der Jugendstil-Kunst Heinrich Vogelers.

Ein weiteres Highlight ist das mehrteilige Skulpturenprojekt Maison des abeilles (Bienenhäuser) von Olaf Nicolai. Vier von renommierten Architekturbüros entworfene Bienenhäuser werden im Umfeld der vier Worpsweder Museen aufgestellt und vom Imkerverein
Teufelsmoor mit Leben gefüllt.

[anders] weben
Haus im Schluh

Die Kunst des Webens hat im Haus im Schluh Tradition. Die Weberei ist eine der wenigen alle Kulturen übergreifenden Techniken und künstlerischen Ausdrucksformen weltweit. In einer Zeit, in der die Welt immer enger miteinander verwoben und vernetzt ist, erlebt dieses traditionelle Handwerk derzeit eine neue Blüte in der aktuellen Kunst.

Für vier Monate wird sich im Haus im Schluh eine Akzentverschiebung von Heinrich zu Martha Vogeler realisieren. Martha Vogeler hat diesen bis heute idyllischen und authentischen Ort aufgebaut und inhaltlich geformt. Ihre Handweberei und ihr Gästehaus werden mittlerweile in der vierten Generation von der Familie betrieben. Das Generationenthema und die Technik des Webens werden in teilweise raumgreifenden Kunstwerken von aktuellen Künstlerinnen und Künstlern thematisiert. Darüber hinaus wird es eine Sonderpräsentation mit Werken von Mieke Vogeler geben.

[anders] leben
Worpsweder Kunsthalle

Die Worpsweder Kunsthalle ist als Ort für experimentelle Ausstellungsformate bekannt: Im Sommer 2018 treffen die »Alten Worpsweder« mit ihren historischen Dorfansichten auf das »Experiment Worpswede« von 1972 und auf neue »erfinderische Analysen«. Kunst, Geschichte, Zukunftsforschung und Wissenschaft werden einen sinnlichen Denkraum formen, der zur Plattform für Diskurse über den Ort Worpswede werden soll. Kann Worpswede nicht nur ein Dorf mit Zukunft, sondern darüber hinaus sogar ein Dorf für Zukunft sein?

Die Ausstellung beginnt mit einer verdichteten Darstellung des Dorfes Worpswede vor 1914. Im Zwischengang folgen Texte und utopische Entwürfe, die im 20. Jahrhundert in Worpswede entwickelt wurden. Im größten Ausstellungsraum öffnen Studierende der Architekturtheorie der RWTH Aachen neue Wege durch den Ort. Die von Professor Axel Sowa geleitete Gruppe konnte dank einer Kooperation mit den Künstlerhäusern Worpswede ihre »erfinderischen Analysen« vor Ort betreiben.

Eine Übersicht der beteiligten Künstler finden Sie hier

Hier können Sie die komplette Jahresbroschüre herunterladen: Jahresprogramm Worpsweder Museen_2018.