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Veranstaltungsdetails
Otto Modersohn - Fischerhude 1933 - 1943
09. Dezember 2022
10:00 Uhr - 18:00 Uhr

28870 Fischerhude
In der Bredenau 95, Otto-Modersohn-Museum

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Man reduziert auf das Wesentliche, schafft aus dem Innern
24. September 2022 – 1. Januar 2023

Fischerhude wurde für Otto Modersohn nach dem Tod seiner zweiten Frau, Paula Modersohn-Becker, zum Zufluchtsort, weil ihm Worpswede unerträglich geworden war. In dem abgelegenen und stilleren "Nachbardorf" fand der Künstler die Ruhe und Weltabgeschiedenheit, die er suchte, aber auch eine Fülle neuer Anregungen durch den Ort und die Landschaft mit ihren von alten Bäumen um-säumten Wasserläufen.
Seit 1908 bis zu seinem Tode vor 50 Jahren verbrachte der Künstler die längste Zeit seines Lebens an diesem Ort, in den Jahren 1930 bis 1935 sommers abwechselnd im Allgäu, wo er zusammen mit seiner dritten Frau, der Sängerin Louise Breling, ein Haus auf dem Gailenberg bei Hinde-lang erworben hatte.
Kunsthistorisch gesehen gilt Otto Modersohn vorrangig als der Mitbegründer und wichtigste Maler der Worpsweder Künstlerkolonie, mit der sein Ruhm für immer verbunden ist; mit dem Umzug nach Fischerhude begab er sich gewissermaßen selbst ins Abseits. Doch auch die Fischerhuder Jahre waren für ihn eine fruchtbare Schaffenszeit. Kennzeichnend für die Gemälde aus dem letzten Lebensjahrzehnt Otto Modersohns ist das Ungefähre, Dämmerige, Schummrige und Verträumte. Die Landschaftsmotive seiner Bilder sind stark von Empfindung erfüllt. Er vertrat die Überzeugung, dass die Wiedergabe der bloßen Natur-beobachtung im Bilde noch kein Kunstwerk ausmacht:
"Zu einer echten Kunst gehört zweierlei", schreibt er: "Intimes Naturgefühl, Naturverständnis, Naturbeobachtung und gleichzeitig: freie persönliche Auffassung, Phantasie."
Die Natur bildete für Otto Modersohn die "Grammatik", die er zeichnend und skizzierend
unermüdlich studierte. Ebenso gern bediente er sich aber auch dieser Grammatik in der freien Kompositionszeichnung, die das Geschaute auf seine Grundelemente reduzierte. "Man reduziert auf das Wesentliche, schafft aus dem Innern, vermeidet das Realistisch-naturalistische." Das heißt: "beim Malen nicht nur die Natur anstreben wollen, aus dem Innern gestalten, bereichern." Otto Modersohns späte Bilder zeigen über-wiegend die spätherbstliche oder winterlich verschneite Wümmelandschaft in abendlicher Dämmerung. Die Himmel sind fast immer wolkenverhangen. Eine heimelige Düsternis liegt über den eingeschneiten Dorfstraßen, den Häusern und über dem Friedhof im Abendlicht. Nur selten erscheint seine Palette aufgehellt.
Über den künstlerischen Wert des Spätwerks im Kontext der Kunstgeschichte lässt sich heute nicht länger streiten. Tatsächlich hat sich Otto Modersohn in seiner Bewunderung für Rembrandt und die französische Malerei von Corot bis Cézanne den modernistischen Bestrebungen in Expressionismus und Abstraktion bewusst verschlossen. Seine Stärke lag gerade in seiner Beständigkeit wie in der unerschütterlichen Grundüberzeugung seines Schaffens. Das gewaltige zeichnerische Werk, das nie eine Spur von Erschöpfung und Ermüdung erkennen lässt, bezeugt seine künstlerische Verlässlichkeit. (G.H.)
Otto Modersohn war eine eigene Persönlichkeit. Er ist durch ein langes und unendlich fruchtbares Künstlerleben hindurch seinem Gesetz treu geblieben. Bescheidenheit im formalen Anspruch, Demut vor der Natur und die Fähigkeit, ihrem leisen Atem zu lauschen – das sind Eigenschaften, die er sich von seinen frühesten Studien im Skizzenbuch oder auf der Malpappe an bis an sein Ende
erhalten hat. Diese Eigenschaften sind vereint mit einer nie erlahmenden Neugier gegenüber den Geheimnissen, die sich dem schauenden Auge in der ihn umgebenden Natur boten. (G.B.)

Abbildung:
Otto Modersohn (1865-1943)
Bootschuppen, 1935
Öl auf Leinwand, 50 x 70 cm
Otto-Modersohn-Stiftung
Foto: Erhard Czysty, Visselhövede/Wittorf
Veranstalter:  Gesellschaft-Otto-Modersohn-Museum e.V.
Thema:  Ausstellung
Eintritt:  EUR 6,-- bis EUR 6,-- erm. € 5,-, Kinder bis 14 frei
Link zur Homepage:  www.modersohn-museum.de
E-Mail:  info@modersohn-museum.de
Telefon:  04293-328


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