Worpswede und das Teufelsmoor
Der Horizont, so weit

Wasser vor allem ist es, was unserer Region ihren unverwechselbaren Charakter gibt. Das Grundwasser, das nur einen Spatenstich unter der Erde liegt und sich in tausenden Moor-Gräben bewegt. Die Wasser von Hamme, Wümme und Dörpe, die ihre moorige Fracht in Lesum und Weser, schließlich in die Nordsee bringen. Die Region Worpswede und das Teufelsmoor ist so ein ganz besonderes Fleckchen norddeutscher Erde zwischen den alten Hansestädten Bremen und Stade. Kilometerlange, schnurgerade Birkenstraßen schaffen Weg, wo sonst kein trockener Meter ist.

Inmitten dieser Landschaft liegt Worpswede, aus allen Richtungen an seinem aus ebenerdiger Landschaft aufragenden Weyerberg erkennbar. Maler aus Düsseldorf, München, Dresden oder Bremen waren es, die das abseitige Bauerndorf im ausgehenden 19. Jahrhundert in eine Künstlerkolonie verwandelten. Der Ort wurde zum Künstlerzentrum, die Landschaft des Teufelsmoores zu dessen zentraler Stimulanz. Mit ihrem Horizont, so weit. Mit ihrem Licht, so einzigartig. Mit ihrer Charakteristik, so ursprünglich. Dieser tiefe Zusammenhang aus Dörflichkeit, Landschaft und Kunst gaben Worpswede und dem Teufelsmoor ihr einzigartiges Gepräge, bis heute.

Worpswede ist Deutschlands einziges Dorf mit gleich sechs Museen. Und vier Hotels zeugen von der großen Anziehungskraft des kleinen Ortes und seiner großen, ungewöhnlichen Geschichte. Unter den Dächern seiner Häuser dominieren Galerien und die Künstler-Ateliers der Gegenwart. Worpswede ist ein sichtbarer und vielseitig erfahrbarer Ort, dessen Türen seinen Besuchern offen stehen, regelmäßig zum Beispiel beim „Tag der offenen Ateliers“. Die synergetische Geschichte Worpswedes und des Teufelsmoores hat ihre Spuren in Kunst, Architektur, Denkmälern und Sehenswürdigkeiten hinterlassen. Sie prägt die Gegenwart und formt die Zukunft.

So individuell die Persönlichkeiten seiner Künstler und Menschen, so individuell ist ein Besuch in Worpswede und dem Teufelsmoor. Man kann in dem staatlich anerkannten Erholungsort unter weitem Himmel einfach nur die Seele baumeln lassen. Man kann den Ort suchen, an dem Bilder entstanden, die in einem der Museen anzutreffen sind. Auf dieser Seite gibt dazu Orientierung, Übersicht, Anleitung und vieles mehr darüber hinaus. Für den eigenen Weg als Einzelner, Paar, Familie oder Gruppe, der das Grundcharakteristikum von Worpswede und dem Teufelsmoor ist.

Herzlich willkommen!

Worpswede – einsames Dorf mitten im Moor

Im Mittelalter wagt sich eine Handvoll von Bauern ins Teufelsmoor und findet am Fuße des Weyerbergs das rettende Ufer. Vor Hochwasser und Feinden geschützt, Dank der Quellen mit Frischwasser versorgt, werden sie sesshaft und gründen Worpswede. Ihr Dasein ist bestimmt von kargstem Ackerbau und Fischfang im nahen Hamme-Fluss. 1218 wird das Dorf mit seinen acht Höfen erstmals urkundlich erwähnt: Das Kloster in Osterholz (heute Kreisstadt) fordert Abgaben. Jahrhundertelang ändert sich kaum etwas. Offiziell gilt das Moor als unbesiedelter Landstrich, der dem jeweils herrschenden Fürstenhaus unterstellt ist.

Moorkommissar Findorff und sein größter Fall

Die eigentliche Moorkolonisation beginnt erst ab 1750 mit Jürgen Christian Findorff (1720-1792). Als „königlicher Moorkommissar“ übernimmt er diese gewaltige Aufgabe im Auftrag von Georg II von Großbritannien, der zugleich deutscher Kurfürst war. Um Menschen in der Wildnis ansiedeln und das Land wirtschaftlich nutzen zu können, muss das Gebiet zuallererst trocken gelegt werden.

Nach holländischem Vorbild entstehen schnurgerade Entwässerungsgräben und Kanäle, die vorerst das einzige Wege-Netz bilden, ehe aus Knüppeldämmen Wege und dunkelrote Klinker-Stein-Straßen werden. Spaliere aus Birkenalleen helfen zusätzlich, dem Boden Feuchtigkeit zu entziehen. Ortschaften wie Überhamm, Adolphsdorf und Schlußdorf entstehen, an denen sich bis heute die charakteristische Siedlungsstruktur ablesen lässt. Findorff wird als „Moorvater“ verehrt. In Gnarrenburg trägt eine Ortschaft seinen Namen und die Worpsweder, die ihm den Bau ihrer Kirche verdanken (ebenso die Nachbargemeinde Grasberg), errichten ihm oben auf dem Weyerberg das Findorff-Denkmal.

Kunst

Bekannt wurde Worpswede durch die Künstler.

Landschaft

Worpswede lädt zu Kunst- und Kulturgenuss inmitten einer einzigartigen Naturlandschaft ein.

Lebensort

„Worps“ bedeutet Hügel, „Wede“ der Wald.